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Die Teilnehmer des FTSV Kuchen bei der Bodensee-Rundfahrt 1980

40 Jahre Radsport in Kuchen

Jubiläumsfeier der Radsportabteilung des FTSV Kuchen findet wegen der Corona-Pandemie zu einem späteren Zeitpunkt statt.

 

Von Rainer Ernst

 

Am 20. März 1980 luden einige radsportbegeisterte Männer zur Gründung einer Radsportabteilung in die FTSV-Turnhalle in Kuchen ein. Die Resonanz war zwar nicht allzu groß, trotzdem gelang es den Initiatoren die meisten Besucher vom Vorhaben zu überzeugen.

Vorausgegangen waren einige Gespräche mit Ehrenamtlichen des Vereins und man kam zu der Überzeugung, nicht einen eigenen Verein zu gründen, sondern sich mit einer Radabteilung dem FTSV Kuchen anzuschließen.

Mit der Trimm-Dich-Welle, war eine Bewegung durch Deutschland gegangen - Volkswandern, Volkskegeln, Volksschwimmen und viele weitere Breitensportarten wurden ins Leben gerufen. Warum nicht auch Volksradfahren, sagten sich die inzwischen gewählten Verantwortlichen und planten kurz darauf ein Volksradfahren in Kuchen, welches am 8. Juni 1980 seine Premiere feierte. Mit einer Teilnehmerzahl von 468 Radlerinnen und Radler hatte niemand gerechnet und das auf einer Strecke von nur 21 Kilometern über  Gingen – Grünenberg – Hausen - Bad Überkingen - Geislingen und zurück zur FTSV-Halle in Kuchen. Die Streckenführung wurde nach und nach geändert und erweitert. Im Jahr 1983 wurde eine Radtourenfahrt (RTF) angeboten – „Rund um den Albuch“ - mit 2 unterschiedlichen Streckenlängen und einem Volksradfahren. Nach 10 Jahren wurde die Streckenführung geändert und umbenannt in Albuch-Lone-Rundfahrt. Die Strecken wurden anspruchsvoller und die steigenden Teilnehmerzahlen bestätigten die Planungen der Organisatoren. Nach weiteren 10 Jahren wurde 2011 die „Stauferland-Rundfahrt“ ins Leben gerufen. Auch diese fand regen Zuspruch. Waren beim ersten Rad-Event noch Fahrräder mit einem Gang oder höchstens mit einer 3-Gang-Schaltung versehen, sah man diese Spezies später eher nicht mehr. Angesagt waren inzwischen Rennräder mit 10-Gang-Schaltung und dünnen Reifen. Manche „Renner“ kosteten zu jener Zeit schon mehr als eintausend DM.

In diesem Jahr sollte die 10. Stauferlandrundfahrt der Höhepunkt werden, aber die Corona-Krise wird dies voraussichtlich leider verhindern. Bis einschließlich 2019 starteten 25.016 Teilnehmer bei den bisher 39 Kuchener Rad-Events, die immer an Himmelfahrt stattfanden.

Natürlich trat die Radsportabteilung nicht nur als Veranstalter auf. Sie nahmen selbst auch an vielen Radtourenfahrten teil, die vom Bund Deutscher Radfahrer veranstaltet wurden. So stand schon im ersten Jahr die Bodensee-Rundfahrt auf dem Programm. Mit 80 bzw. 120 Kilometern, war dies die erste große Herausforderung für viele Radlerinnen und Radler. Im Laufe der Jahre radelte man nicht nur bei RTF’s im Ländle, sondern auch in anderen Bundesländern. So startete man zum Beispiel in Bayern an der Kaufering-, Kempten-, Oberstdorf- oder der Pfaffenwinkel-Rundfahrt ab Peiting. Auch Marathons (Veranstaltungen mit über 200 Km Streckenlänge) wurden in Angriff genommen. In Deutschland nahmen die Teilnehmer den Rosenheim-Marathon unter die Räder. Der Arber-Radmarathon mit Start in Regensburg stand des Öfteren auf dem Programm. In die Schweiz fuhren mehrere Kuchener Radler zur Säntis-Rundfahrt bei St. Gallen, zum Alpenbrevet nach Andermatt oder zur Alpenchallenge mit Start in Lenzerheide. In Nauders am Reschenpass startete man mehrmals zum Drei-Länder-Giro und in Südtirol nahm man die Dolomiten-Rundfahrt unter die Pedale. Der Ötztaler Radmarathon wurde nur von wenigen, besonders gut trainierten Sportlerinnen und Sportlern besucht. Die größte Herausforderung aber war die Radfernfahrt von Trondheim nach Oslo mit über 540 Kilometer, welche nur 4 Radler bewältigten, alle unter 24 Stunden - nonstop.

In jedem Jahr wurden als Highlights besondere 4-Tagesfahrten oder auch einwöchige Aufenthalte im In- und Ausland von der Abteilung organisiert. In Deutschland wurde der Spessart, der Kaiserstuhl, die Pfalz, der Bayrische Wald, die Eifel, die bayrischen Seen um den Chiem-, Starnberger- und Ammersee, das Gebiet rund um die Jachenau, das Frankenland, das Donautal bei Regensburg und die Mecklenburgische Seenplatte aufgesucht. Die Aufzählung ist nur beispielhaft und sicher nicht vollständig. Im Ausland hatte man zweimal Mallorca, Andalusien, die Emilia Romagna, zweimal die Toscana, Sardinien und das Vorarlberg auf dem Programm. Dieses Jahr war eine Jubiläumsausfahrt Ende April nach Cesenatico geplant, was durch die Covid-19-Pandemie ebenfalls vereitelt wurde. 

 

Die längste Zeit von der Gründung 1980 bis 2002 stand die Abteilung unter der Führung von Rainer Ernst, 2003 übernahm Armin Bucher das Amt, Ernst wurde Stellvertreter. Aus beruflichen Gründen gab Bucher das Amt 2006 ab und Rainer Ernst wurde wieder in sein altes Amt gewählt, das er bis Ende 2008 ausübte. Rolf Bösch übernahm kommissarisch die Führung bis zur Jahreshauptversammlung im Dezember 2009, in der dann Helga Krupka als Abteilungsleiterin und Jürgen Ott als Stellvertreter gewählt wurden. Im Jahr 2017 wechselte die Führungsspitze die Ämter, Jürgen Ott übernahm die Abteilungsleitung und Helga Krupka wurde seine Stellvertreterin.

 

Die Abteilung war aber auch auf anderen Gebieten tätig. So wurde seit vielen Jahren eine Fahrradbörse durchgeführt unter Mithilfe der Skiabteilung. Die beiden Abteilungen arbeiteten bei zahlreichen Aktionen seit Jahren sehr gut zusammen. So helfen auch Radsportler bei der Skibörse.

Am Adventsmarkt ist man seit dessen Einführung in Kuchen stets mit einem Stand vertreten. Bei anderen Veranstaltungen wie den Kuchener Hock und bei Tobee´s Schlagerkuchen in neuerer Zeit werden stets Arbeitsdienste verrichtet.

 

40 Jahre sind eine lange Zeit. Blickt man zurück, bleiben schöne Erinnerungen an viele gemeinsame Aktionen, zahlreiche Freundschaften sind dabei entstanden und in 4 sportlichen Jahrzehnten hatte man nebenbei viel für seine Gesundheit getan und etliche Regionen in Deutschland und Europa aus eigener Kraft unter die Pedale genommen.

 

Momentan ist es noch zu früh, für neue Planungen bezüglich der ausgefallenen RTF und der Jubiläumsfeier, aber wir werden diese Krise hoffentlich gut und ohne Schaden bewältigen um danach unsere gemeinschaftlichen sportlichen Aktivitäten in der Radsportabteilung des FTSV Kuchen fortzusetzen.

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